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Von Frauen für Frauen: Wiederaufbau in Kobane nach ISIS

Das Haus der Frauen war eines der ersten Gebäude, welches der IS in Kobane nach der Eroberung der Stadt zerstörte. Die Organisation Ponte Donna baut es jetzt wieder auf.

von Federica Brioschi
Die ersten Bauarbeiten für das Haus der Frauen

Warum ein Haus der Frauen?

Ponte Donna ist eine Organisation mit Sitz in Rom, die sich dem Kampf gegen Gewalt gegen Frauen in all ihren Formen widmet. Für die Organisation arbeiten Rechtsanwältinnen, kulturelle Mediatorinnen, Soziologinnen, Psychologinnen oder Anthropologinnen.

Als der IS Kobane einnahm, war das Haus der Frauen eines der ersten Gebäude, das zerstört wurde. Und jetzt widmet Ponte Donna seine Energien dem Wiederaufbau dieses Gebäudes: damit es ein Symbol werden kann, ein Treffpunkt für alle Frauen in der Welt.

Die Idee

Nach der Befreiung Kobanes vom IS reisten einige Vertreter von Ponte Donna in den Nahen Osten und trafen sich dort mit den "Yekitiya", jenen Frauen aus Kobane, die das Haus vor seiner Zerstörung leiteten.

Aus diesem Treffen ging die Kampagne "Re/Build Kobane – The House of Women" hervor, ein Projekt zum Wiederaufbau des Hauses, das den Dialog zwischen verschiedenen Kulturen und Religionen der Region gefördert hatte und wo Frauen Hilfe finden konnten, wenn sie in Schwierigkeiten waren.

Das Haus der Frauen wird Gastgeber der International Academy of Women.

Der größere Zusammenhang

Das Projekt ist Teil des Wiederaufbauplans, der auf der ersten Wiederaufbau-Konferenz "Reconstructing Kobane", die 2015 im türkischen Dyarbakir stattfand, entschieden wurde. Auf der Konferenz wurde ein Komitee für den Wiederaufbau von Kobane eingesetzt, welches den gesamten Plan zum Wiederaufbau der Stadt verwalten soll.

Dieser Ausschuss besteht aus zwei verschiedenen Gremien, dem lokalen und dem europäischen. Die beiden Komitees sollen Erfahrung, Kompetenzen und Wissen einbringen, damit die Wiederaufbau-Projekte wirklich den Bedürfnisse der Stadt und der Bürger sowie und den Prinzipien der Nachhaltigkeit entsprechen.

Das Projekt

Das geplante Gebäude wird drei Stockwerke haben: ein Kellergeschoss, ein Erdgeschoss und ein Obergeschoss. Das gesamte Gebäude wird behindertengerecht zugänglich. Die Baustoffe lassen sich leicht in der Region finden: Beispielsweise können Ziegelsteine aus ökologischem Material hergestellt werden und sind perfekt geeignet, um das Gebäude von den sehr hohen Temperaturen im Sommer und den sehr niedrigen Temperaturen im Winter zu isolieren.

Die Bauarbeiter wurden aus der lokalen Bevölkerung rekrutiert, was vielen Menschen die Möglichkeit gibt, sich der Spirale der Arbeitslosigkeit zu entziehen und ihre eigene Expertise für die Zukunft zu aufzubauen, in der sie beim Wiederaufbau des Restes der Stadt mehr Arbeit finden könnten.

Das Gebäude beherbergt eine Krippe für Frauen mit kleinen Kindern, die an den Kursen der Akademie teilnehmen möchten, ein Auditorium für Konferenzen, eine Bibliothek, Schulungsklassenräume, eine Schneiderei, ein medizinisches Lager, einige Gästezimmer für Besucher, die an den Kursen oder Konferenzen teilnehmen, einen Bereich für die gesundheitlichen Bedürfnisse von Frauen und Kindern und einen Beratungsraum, für juristische, sanitäre oder psychologische Hilfe.

Das Projekt wurde dank Otto per mille Valdese möglich.

Pressekonferenz

Das Projekt wird am 1. Dezember im Presseraum der Abgeordnetenkammer in der Via Missione 4, Rom, vorgestellt. Khalid Chaouki von der Partito Democratico, Eugenio Bernardini von Tavola Valdese, Ozlem Tanrikulu, verantwortlich für das Informationsbüro Kurdistan in Italien (UIKI) und Carla Centioni, Vorsitzende der Organisation Ponte Donna, werden an der Pressekonferenz teilnehmen. Moderator wird Claudio Paravatti, der Direktor von Confronti.

Bitte melden sie sich für eine Teilnahme per E-Mail an accrediti@confronti.net an.