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Internationale Hilfe für die Behandlung der Opfer des Nachtklubbrandes in Bukarest

Die Politiker müssen einsehen, dass die rumänischen Krankenhäuser mit der großen Zahl der Verletzten des Brandes in dem Klub 'Colectiv' überfordert sind und umgehend die Hilfe der Europäischen Gemeinschaft anfordern.

von Dollores Benezic
Thousands protested against government corruption and inaction following the nightclub tragedy. Image: Mihnea Ciulei.

Das Feuer in dem Nachtklub 'Colectiv' am 30. Oktober hat jetzt 45 Menschenleben gefordert. Der Zustand von mehr als 60 Opfern ist kritisch, diese brauchen dringend eine medizinische Behandlung im Ausland.

Dutzende Opfer der Tragödie im Nachtklub 'Colectiv' schweben immer noch in Lebensgefahr. Über 100 verwundete werden in 11 Krankenhäusern in Bukarest behandelt. Mehr als 60 von ihnen sind in einem kritischen Zustand, vier der Opfer sind 15 Jahre alt.Die rumänischen Behörden behaupten, die einheimischen Krankenhäuser hätten alles was sie brauchen, erwarten aber gleichzeitig, dass noch viele der 60 Patienten in kritischem Zustand sterben werden.

Lasst die Politik beiseite

Mehrere Organisationen von im Ausland lebenden Rumänen und rumänische NGOs haben die rumänische EU-Kommissarin Corina Cretu und die rumänischen Behörden aufgefordert, politisch Heuchelei beiseite zu lassen und im Ausland Hilfe für die Opfer zu suchen.

Das Gesundheitswesen Rumäniens leidet seit Jahren unter chronischer Unterfinanzierung und die Versorgung der Verwundeten ist auf das beschränkt, was die vorhandenen Hospitäler leisten können. Ärzte geben zu, dass die Behandlung der Verbrennungen extrem teure Operationen erfordert und empfehlen den Familien informell, die Verletzten im Ausland behandeln zu lassen.Offiziell aber bekennt sich, aus Angst vor den politischen Folgen, niemand zu diesen unhaltbaren Zuständen.

Immer mehr Todesopfer

Bis jetzt haben nur wenige der Verwundeten Hospitäler in Israel und den Niederlanden erreicht, und zwar finanziert durch ihre Familien. Auf Grund des politischen Drucks hatte der rumänische Staat zwar sehr schnell für schwere Fälle finanzielle Mittel und den Transport mit Militärflugzeugen zugesagt,

aber erst eine ganze Woche nach der Katastrophe wurden die ersten Opfer ins Ausland verbracht. Acht Menschen wurden bisher auf diese Art in Krankenhäuser in Belgien, Deutschland, den Niederlanden und Israel verlegt. Zwei der Verletzten starben auf der Reise.

Bis zum 9. November stieg die Zahl der Toten auf 45, allein am Sonntag starben 7 von ihnen.

Dringender Bedarf an Spezialisten

Die Situation ist dramatisch und dringend. Jeder weitere Tag des Zögerns kann den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten. Die Gruppen rufen die Behörden auf, Partnerschaften mit Krankenhäusern in EU-Ländern zu etablieren, die Spezialisten für Behandlung der Verletzten bereitstellen können.

Das Feuer im 'Colectiv' brach am 30. Oktober während eines Konzertes mit etwa 500 Zuschauern aus. Die öffentliche Entrüstung über diese Tragödie brachte zehntausende Menschen in Bukarest und in anderen rumänischen Städten auf die Straße. Die Proteste führten schließlich zum Rücktritt des Kabinetts von Victor Ponta.