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Niederländische Werbeaufsicht verurteilt "Toy Boys“ Kampagne als sexistisch

Bislang prüft die niederländische Werbeaufsichtsbehörde Werbung nicht auf Sexismus, aber ein neues Urteil stimmt der Beschwerde zu, dass eine prominente Männermode-Werbung sexistische ist.

von Nina Kesar

Die Clara Wichmann Stiftung und PILP haben bei der holländischen Werbeaufsicht eine Beschwerde über Anzeigen der Herrenmodekette Suit Supply eingereicht. Die 'Toy Boys' Kampagne des Unternehmens war äußerst umstritten, weil die Anzeigen von vielen Menschen als sexistisch bezeichnet wurden.

Die niederländische Werbeaufsichtsbehörde stimmte in ihrem Urteil vom 13. Oktober 2016 mit den beiden Organisationen überein, dass die Anzeigen von Suit Supply eine sexistische Stereotypisierung von Frauen darstellten. Dies berichteten die Clara Wichmann Stiftung und das Public Interest Litigation Project (PILP) der niederländischen Sektion der Internationalen Kommission der Juristen (NJCM).

Die Niederlande sind eines der wenigen Länder, in denen Werbung nicht auf sexistische Stereotypen überprüft wird.

"In den Niederlanden prüft die Werbeaufsichtsbehörde nur "Moral", also die Zulässigkeit von Nacktheit im öffentlichen Raum, nicht aber Sexismus", sagt Jelle Klaas, Projektkoordinatorin von PILP.

Sexismus in der Definition der UNO

Nach Angaben des Frauenrechtsausschusses (WRC) der Vereinten Nationen sollte als sexistisch empfundene Werbung auch in Zusammenhang mit Artikel 5 des Übereinkommens zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung an Frauen (CEDAW) überprüft werden. Der WRC sagt, dass Werbung sexistisch ist, wenn sie ein negatives Stereotyp einer Frau verkörpert oder wenn darin der Körper einer Frau objektiviert wird.

"(..) Diskriminierung von Frauen umfasst Unterschiede im Umgang, die auf stereotypische Erwartungen, Einstellungen und stereotypes Verhalten gegenüber Frauen zurückzuführen sind."

Der WRC ist der Auffassung, dass die fortgesetzte negative Stereotypisierung von Frauen die Entwicklung der Gleichstellung von Männern und Frauen hemmt.

The Advertising Code Authority agree with both organizations that Suit Supply's advertisements were sexist.

Die Niederländische Werbeaufsichtsbehörde stimmt mit beiden Organisationen überein, dass Suit Supplys Anzeigen sexistisch waren.

"Fantastische Neuigkeiten"

In ihrem jüngsten Urteil gab die Werbeaufsichtsbehörde den beiden Organisationen in einem Fall über die Anzeigen von Suit Supply aus dem vergangenen Jahr recht. Damit beanstandete die Behörde zum ersten Mal Sexismus und unzulässige Stereotypen.

"Das sind fantastische Neuigkeiten", sagt Anniek de Ruijter, die Vorsitzende der Clara Wichmann Stiftung. "Moral, Nacktheit oder Sex sind ein völlig anderer Standard als wenn die Werbeaufsicht direkt auf negative Stereotypisierung von Frauen und die Objektivierung des weiblichen Körpers reagiert, in einer Zeit, in der Frauen, auch in den Niederlanden, noch eine relativ unterprivilegierte Position im Vergleich zu Männern haben wenn es um Opfer von sexueller Gewalt, sexueller Einschüchterung und Diskriminierung geht".

Die Clara-Wichmann-Stiftung und PILP empfehlen, dass künftige Beschwerden gegen sexistische Werbung gemäß der UN-Frauenkonvention (CEDAW) über die Zulässigkeit sexistischer Stereotypen in der Werbung behandelt werden sollten.