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DIFENDIAMOLI! Verteidigen wir sie! Neue Kampagne für Menschenrechtsaktivisten

Konflikte gibt es auf der ganzen Welt, die leidtragenden sind fast immer Zivilisten. Glücklicherweise setzen sich auch überall mutige Frauen und Männer für ihre Verteidigung ein. Aber wer verteidigt die Verteidiger?

von Luana Ruscitti

Der Startschuss für die Kampagne Difendiamoli! (Verteidigen wir sie!) fiel am 28. November auf einer Konferenz in der Sala della Lupa, im Parlamentsgebäude in Rom statt.

Wer sind Menschenrechtsverteidiger?

Die Konferenz markiert das Ende der Arbeit, die im Juli begann, als einige im Bereich der Menschenrechte und der bürgerlichen Freiheiten tätige italienische NGOs, einschließlich Antigone und Cild, sich mit Abdelrahman Mansour im ARCI Gebäude trafen. Mansour ist einer der Anführer der ägyptischen Revolution von 2011 und lebt heute in Chicago. Ginge er zurück nach Ägypten, würde er sein Leben aufs Spiel setzen.

Viele andere Menschenrechtsverteidiger sind, allein weil sie gegen die Regime in ihren Ländern aufbegehren in der selben Situation. Was können die westlichen Staaten tun, um Menschenrechtsverteidiger in anderen Ländern zu schützen?

Sie riskieren ihr Leben

Für ein besseres Verständnis der Problematik ist es notwendig, diese Menschenrechtsverteidiger direkt anzuhören, welchen Bedrohungen sie tägliche ausgesetzt sind, welche Mühen sie durchlaufen, von dem Risiko für immer ins Gefängnis geworfen zu werden oder, schlimmer noch, umgebracht zu werden,

Gründe für die ein Mensch getötet oder gefangen genommen werden kann, gibt es viele. Manchmal, weil sie die Rechte ihres Volkes verteidigen, manchmal reicht es aber auch schon, eine Frau, ein Mitglied einer Minderheit oder einer religiösen Gruppierung zu sein, um als Feind betrachtet und seiner Rechte beraubt zu werden.

Erfahrungen

Während der Konferenz, sprachen die Menschenrechtsverteidiger von ihren eigenen Erfahrungen und gaben Beispiele für die Gefahren, denen sie in ihrem Alltag begegnen.

Nibras Almamuri, Vorsitzende des Iraqi Women Journalist Forum, sprach über den Mut der irakischen Frauen, die für ihre Rechte gekämpft haben, nicht nur in der Zeit des Krieges, sondern auch in der Zeit des Friedens.

Biram Dah Abeid ist ein Aktivist der Initiative for the Resurgence of the Abolitionist Movement (Mauretanien), der nicht zurück in sein Land gehen kann, weil er riskiert, dort umgebracht zu werden. Er beschrieb seine Auseinandersetzungen und wie er gegen die, in Mauretanien erst im Jahr 2012 abgeschaffte, Sklaverei gekämpft hat.

Weitere Menschenrechtsverteidiger, die teilgenommen und ihre Geschichten erzählt haben waren: Weeda Ahmad vn der Social Association of Social Justice Seekers (Afghanistan); Aseem Trivedi von der Kampagne Save Your Voice (Indien); und Zaidoun al Zoabi, Präsident der Union of Syrian Medical Relief Organizations.

Was jetzt?

Nach diesen wichtigen Beiträgen und Zeugnissen diskutierten die Vertreter der italienischen Institutionen das weitere Vorgehen, darunter Senator Luigi Manconi, Vorsitzender der Außerordentlichen Kommission für den Schutz der Menschenrechte des italienischen Senats, Pia Locatelli, Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses der Kommission für auswärtige Angelegenheiten der italienischen Abgeordnetenkammer und einige NGO Vertreter, die sich in dieser Kampagne engagieren.

Insbesondere konzentrierten sie sich auf künftige Maßnahmen, zu implementierende „Best Practices“ und gute Modelle denen zu folgen sich lohnt: so gibt es zum Beispiel einige Länder in Europa (wie die Niederlande, Spanien, Irland, Norwegen und die Schweiz) , die bereits über einige Instrumente zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern verfügen

Ein Dossier von Un ponte Per ... enthält einen Bericht über die Praktiken dieser Länder.

In den kommenden Monaten werden noch viele weitere Veranstaltungen folgen.