Operation Condor: Italienisches Gericht verurteilt 24 Angeklagte zu lebenslanger Haft

Über Jahrzehnte wurden in dieser schrecklichen Kampagne in sechs südamerikanischen Militärdiktaturen Entführungen und Morde an politischen Gegnern koordiniert.

Ein italienisches Gericht verurteilte am Montag 24 Personen zu lebenslanger Haft für ihre Teilnahme an der Operation Condor, einer Kampagne der politischen Repression und des Terrors, die zwischen 1968 und 1989 einen Großteil Südamerikas heimsuchte.

Der Prozess war der erste seiner Art in Europa und konzentrierte sich auf den Tod von 43 Menschen, darunter 23 italienische Staatsbürger. Bis auf einen wurden alle 24 Angeklagten in Abwesenheit verurteilt, darunter der ehemalige peruanische Präsident Francisco Morales Bermúdez und der ehemalige uruguayische Außenminister Juan Carlos Blanco.

Ihnen wurde das Verschwinden oder der Tod von 43 Opfern zur Last gelegt, aber die Gesamtzahl der Menschen, die während der Operation Condor verschwunden sind bzw. umgebracht wurden, könnte bis zu 60.000 betragen. Eindeutige Beweise aus Regierungsdatenbanken belegen, dass mindestens 496 politische Gegner während der Operation Condor entführt und ermordet wurden.

Dank der Aufhebung der Geheimhaltung von Dokumenten wissen wir heute, dass viele Opfer auf schockierende Weise getötet wurden. Am furchtbarsten sind wohl die Berichte über so genannte Todesflüge, bei denen Opfer betäubt und aus Flugzeugen in den Ozean geworfen wurden. Um sicherzustellen, dass sie entweder versinken oder von Haien gefressen werden, wurden ihnen vorher die Mägen aufgeschnitten.

Endlich Gerechtigkeit

Die Familien der Opfer haben nie die Hoffnung aufgegeben, dass eines Tages der Gerechtigkeit genüge getan werden würde.

Die in diesem Fall tätigen Staatsanwälte beriefen sich auf das Prinzip der "Universaljustiz", welches im Jahr 2000 in London mit der Verhaftung eines der wichtigsten Drahtzieher der Operation Condor, dem ehemaligen chilenischen Diktators Augusto Pinochet, in einem Präzedenzfall etabliert wurde.

Obwohl die Verbrechen in den 1970er und 1980er Jahren stattfanden, lieferten neu verfügbare Dokumente den italienischen Staatsanwälten genügend Beweise, um gegen die zwei Dutzend ehemaligen hochrangigen Regierungsbeamten vorzugehen.

Ich muss betonen, wie viel Mühe alle Beteiligten in den Fall gesteckt haben", sagte Arturo Salerni, der als Anwalt an dem Fall gearbeitet hat und Vorsitzender des Liberties Mitglieds CILD ist. "In erster Linie meine ich damit das italienische Justizministerium, die Organisationen der Familien der Opfer, die wichtige Beiträge geleistet haben, und schließlich die vielen Juristen und Wissenschaftler. Dank dieser Bemühungen wurde die Wahrheit veröffentlicht."

Nach Jahrzehnten der Straflosigkeit haben die Familien der Opfer nun ein gewisses Maß an Gerechtigkeit erfahren, was hoffentlich dazu beiträgt irgendwie mit diesen dunkelsten und abscheulichsten Zeiten der jüngsten Geschichte abzuschließen.

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