#RomaAreEqual: Der brutale Angriff auf den bulgarischen Jungen Mitko

Mitko, ein Roma Junge, wurde zusammengeschlagen weil er sagte, er sei seinem Angreifer gleich. Der Angriff wurde aufgezeichnet und vom Täter online gestellt.

Das bulgarische Helsinki-Komitee (BHC) vertritt den Roma Jungen aus der Stadt Ovchepoltsi in Bulgarien.

Der siebzehnjährige Mitko Yankov wurde dafür zusammengeschlagen, dass er sagte, er und sein Angreifer, der 24-jährige Angel Kaleev, der nicht Roma ist, seien gleich. Kaleev filmte den Übergriff mit seiner eigenen Kamera und lud das Video später auf Facebook hoch.

Das Video wurde von Hunderttausenden von Menschen angesehen und geteilt und war Auslöser der internationalen Kampagne #НиеСмеРавни (#RomaAreEqual) in den sozialen Medien.

Das Bulgarian Helsinki Committee vertritt Mitko Yonkov in dem von den Behörden wegen dieses rassistischen Verbrechens eingeleiteten Strafverfahren.

Rassistische Motie

Am Dienstag, den 19. April kündigte die Bezirksstaatsanwaltschaft von Pasardschik an, Kaleev werde wegen leichter Körperverletzung Yonkovs angeklagt, zugefügt aus "Hooligan" und "Ausländerfeindlichen" Motiven - ein Verbrechen gemäß Artikel 131 (1.12) des bulgarischen Strafgesetzbuchs.

Das BHC hat der rechtlichen Bewertung des Verbrechens durch die Staatsanwaltschaft bereits widersprochen. Zunächst einmal, soweit der Wortlaut des Artikels 131 (1.12) und die darin erwähnten fremdenfeindlichen Motive betroffen sind, muss man sagen, dass Roma keine Ausländer sind und Mitko Yonkov ein bulgarischer Staatsbürger ist. Das bedeutet, dass die Motivation des Täters keine ausländerfeindliche war, sondern eindeutig eine rassistische.

Mitko Yankov hält ein Schild mit dem Hashtag #RomaAreEqual. Die Bewegung hat sich rasch über die Sozialen Medien verbreitet.


Das Opfer ist Roma und deshalb wurde er angegriffen. Zweitens handelt es sich bei der Tat des Angreifers nicht nur um leichte Körperverletzung. Vielmehr betrifft sie auch Artikel 162 (2) des Strafgesetzbuchs, der vor Eingriffen in die Gleichheit der Staatsbürger schützt und auch psychologische Gewalt, basierend auf Rasse und ethnischer Zugehörigkeit, abdeckt.

Mitko Yonkov wurde solcher Gewalt ausgesetzt: Während er ihm an Kopf und Bauch schlug und trat, schikanierte der Täter ihn durch rassistische Beleidigungen, Drohungen sowie erniedrigende Bemerkungen und Handlungen.

Die Demütigung wurde dadurch verschärft, dass das Video veröffentlicht wurde. Es ist eindeutig klar, dass es das Ziel des Täters war, jede Überzeugung des Opfers zu vernichten, die beiden seien gleich.

„Ein bisschen getreten“

Der Beginn des Strafverfahrens ist nicht nur durch die unzureichende rechtliche Qualifizierung der Handlungen des Täters überschattet, hinzu kommt der Rassismus der sich in den Äußerungen des gerichtsmedizinischen Sachverständigen zeigt.

Dieser sagte zu einem Vertreter des BHC, der das Opfer begleitete: "Mango [ein abwertender Begriff für Roma in der bulgarischen Sprache] geht’s gut. Er wurde ein bisschen getreten". Diese rassistische, stigmatisierende Sprache zeigt, dass der Experte voreingenommen ist, was seine Auswertung der Beweismittel diskreditiert. Der BHC hat bereits seinen Abberufung von dem Fall beantragt.

Der BHC erinnert den Staat daran, das er verpflichtet ist, jeden Fall von Hasskriminalität angemessen zu untersuchen. Geschieht dies nicht, so entspricht das einer Verletzung der Europäischen Konvention für Menschenrechte. Der BHC wird das Opfer auf allen Ebenen vertreten - national und supranational.