Neue Kampagne für ein Kinderfreundliches Gesundheitswesen in Ungarn

Eine neue Initiative in Ungarn kämpft um das Recht von Kindern, im Krankenhaus von ihren Eltern begleitet zu werden. Ein 1998 erlassenes Gesetz über das Gesundheitswesen sichert das zwar zu, wurde aber noch nicht vollständig umgesetzt.

Die Kampagne "Ich habe ein Kind bei mir"der Ungarischen Bürgerrechtsunion (HCLU) startete im April und fordert, dass Eltern von kranken Kindern die Möglichkeit erhalten, im Krankenhaus bei ihnen zu bleiben und zwar wenn nötig auch für mehrere Nächte.

Die beim Rechtshilfeservice der HCLU eingereichte Beschwerde beruht darauf, dass die in dem 1998 verabschiedeten Gesetz zum Gesundheitswesen garantierten Patientenrechte in Ungarn noch immer nicht vollständig umgesetzt werden. Obwohl ein wichtiger Artikel des Gesetzes die Aufrechterhaltung des familiären Kontakts regelt und das Recht des Kindes auf elterliche Begleitung bei Krankenhausaufenthalten zusichert, gibt es immer noch kein einheitliches Verfahren nach dem sich alle Gesundheitseinrichtungen des Lands richten.

Tatsächlich gibt es kein klares Bild davon, wie dieses Gesetz in der Praxis umgesetzt wird. Daher hat die ungarische Bürgerrechtsunion eine offizielle Anfrage an 64 Krankenhäuser mit Kinderstationen gestellt.

Als Teil dieser Kampagne fragt HCLU Angestellte im Gesundheitswesen, was benötigt wird um gute Beispiele aus einigen Einrichtungen Landesweit zum Einsatz zu bringen. Auf dieser Basis soll dann eine Liste mit Empfehlungen für die entsprechenden Entscheidungsträger vorbereitet werden.

HCLU fühlt sich den 1998 zugesicherten Rechten verpflichtet und hat sich zum Ziel gesetzt, dafür zu sorgen, dass diese bis 2016 umgesetzt werden. Außerdem kämpft die HCLU dafür, dass Eltern auch über Nacht bei ihren Kindern bleiben können.

Als Teil der "Ich hab ein Kind bei mir" Kampagne wurden kurze Videos erstellt, um gute Beispiele zu zeigen und Ärzte sowie Krankenhäuser, in denen diese bereits umgesetzt werden vorzustellen.