In Zagreb wurden Aktivisten für das Sprühen des Slogans "Open the borders for all" verhaftet

In Zagreb, einer Stadt in der Graffiti mit Hakenkreuzen und rassistischer Hetze allgegenwärtig ist, wurden Aktivisten festgenommen, weil sie den Slogan "Open the Borders for all" an ein Dach gesprüht haben.

Zwei Aktivisten der Initiative "Welcome!" wurden am 24. November in Zagreb verhaftet und von der Polizei verhört nachdem sie die Botschaft "Open the Borders for all" an ein Dach gesprüht hatten.

Offiziell wurden sie angeklagt wegen Verletzung des Protokolls des Treffens des kroatischen Premierministers Zoran Milanovic mit dem Vorsitzenden des Europarats Donald Tusk und des Regionalgipfels unter Teilnahme der kroatischen Präsidentin Kolinda Grabar Kitarovic.

Öffnet die 'Balkan Route'

Nach der Festnahme wurde die Botschaft "Open the Borders for all" von der Feuerwehr überstrichen, sie war an die europäischen und amerikanischen Politiker gerichtet, die an dem Regionalgipfel teilnahmen. Die Botschaft bezog sich auf die Praxis der Länder auf der sogenannten Balkanroute, nur noch Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und Irak zu akzeptieren und allen anderen die Einreise nach Europa zu verwehren.

Die Botschaft wurde an dem Dach des Medika Gebäudes angebracht, dieses gilt als eine der wichtigsten Adressen für unabhängige Kultur in Zagreb. Dieser Akt der Zensur ist ein schwerer Schlag gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung.

Stoppt den Krieg, nicht die Menschen!

In einem Land, in dem Nazisymbole und andere Hassbotschaften nur selten entfernt werden, wird diese Botschaft gegen Krieg und Gewalt und für die Würde des Menschen sofort überstrichen. Es ist traurig, dass die kroatischen Behörden lieber ausländische Politiker vor möglicherweise unangenehmen Botschaften schützen, anstatt dass sie das Recht auf freie Meinungsäußerung ihrer Bürger verteidigen.

Die Initiative "Welcome!" gibt nicht auf und fordert weiterhin eine sichere Passage für alle Menschen, die auf der Suche nach Sicherheit nach Europa fliehen! Anstatt unter dem Vorwand der Sicherheit Europa zwischen Stacheldraht, Zäunen, Verboten und unmenschlicher Behandlung zu verlieren, rufen wir, die Bürger, noch einmal die führenden Politiker, die sich hier zum Regionalgipfel versammelt haben, auf: Stoppt den Krieg, nicht die Menschen!