Die diesjährigen Gewinner des Belgischen Big Brother Awards sind ...

Dieses Jahr gehen die Big Brother Awards in Belgien an Radikalisierungsüberprüfungen an Schulen sowie Nutzerdaten sammelnde Apps.

Mit den Big Brother Awards werden diejenigen "ausgezeichnet", die der Privatsphäre in Belgien den größten Schaden zufügen.

Dieses Jahr setzte die Jury ein deutliches Zeichen, indem sie die Überprüfung von Schülern zur Erfassung ihrer Radikalisierung "ehrt".

Die Big Brother Awards werden denjenigen "verliehen", die die Privatsphäre in Belgien verletzen. Dieses Jahr wurde der Preis zum fünften Mal verliehen und die Jury entschied sich für ein übergriffiges und anmaßendes Programm: Die höchste "Auszeichnung" ging an die Überprüfung belgischer Schüler zur Erfassung ihrer Radikalisierung.

'Vertrauensmissbrauch'

Diese Überprüfungsprozedur wurde von der flämischen Organisation Kinderrechtencoalitie für den Preis nominiert. Die Jury sagte zu ihrer Entscheidung:

"Bei diesem Phänomen handelt es sich um soziale Überwachung. Wir sind der Meinung, dass die existierenden Technologien, die sich eines breiten gesellschaftlichen Konsenses erfreuen, in einer Weise eingesetzt werden, die vollkommen inakzeptabel ist. Der Zweck rechtfertigt eben nicht die Mittel. Dies ist ein schwerer Verrat an dem Vertrauensverhältnis zwischen Schule und Schülern."

Laut Jury ist der Preis weniger eine Verurteilung als vielmehr eine Warnung.

"Dies ist ein gutes Beispiel von den Exzessen einer Schule in einem besonderen Klima. Ohne jemanden verurteilen zu wollen, verleihen wir diesen Preis als Warnung vor dem was da gerade vor sich geht. Im gegenwärtigen Kontext werden bestimmte Gruppen zum Ziel. Es ist besser, Radikalisierung in einer auf Vertrauen basierenden Umgebung zu entdecken und zu verhindern. Durch eine derartige Verbreitung von Angst und Misstrauen wird Kindern vermittelt, diese seien Grundwerte und normal."

Publikumspreis

Der Publikumspreis ging an datenintensive Apps. Die flämische Bar Association nominierte diese auf Grund ihres massiven Sammelns persönlicher Daten, ihrer häufig äußerst vage formulierten Datenschutzrichtlinien und der laxen Haltung der Konsumenten in Bezug auf Datensammlung.

"Die Apps kennen Dich und sie wissen wo Du bist. Die häufig sind die Datenschutzrichtlinien bezüglich des Zwecks und des Ausmaßes der Datensammlung intransparent. Außerdem sind sich die Nutzer des Problems meist gar nicht bewusst oder nehmen es zumindest nicht ernst."

Durch diese Wahl zeigte das Publikum, dass es sich des Problems durchaus bewusst ist.

Die Big Brother Awards werden organisiert von der Liga voor Mensenrechten, in Zusammenarbeit mit der Kinderrechtencoalitie, der Flemish Bar Association, der Vlaamse Vereniging van Journalisten, der Belgian League of Human Rights, European Digital Rights, datapanik.org, Mediawijsheid und the Royal Flemish Theatre in Brussels

.