Wir brauchen Raum für Veränderung!

"Room for Change" Wir müssen neue Wege finden, mit dem städtischen Drogenproblem umzugehen. Die Organisation Drugreporter freut sich, gemeinsam mit sechs weiteren NROs, ihre neue internationale Kampagne vorstellen zu können.

Wir brauchen Raum für Veränderung!

Intravenöser Drogenkonsum ist zu einem wachsenden Problem in den meisten unserer Städte geworden, insbesondere in Nachbarschaften, in denen viele junge Menschen in Armut leben. Je mehr Menschen unter unsicheren Bedingungen Drogen spritzen, umso mehr Menschen teilen ihre Nadeln und das führt zu mehr Infektionen, Toten durch Überdosierung, Drogenmüll und Belästigungen auf der Straße.

Die Lösung liegt nicht in den Händen der Polizei, denn Drogenkonsumenten zu verhaften trägt nicht dazu bei, ihre Anzahl zu reduzieren, es erhöht nur das Risiko für die Abhängigen, zum Beispiel indem sie sich gezwungen sehen, ihre Nadeln so schnell wie möglich los zu werden. Die alten Methoden im Kampf gegen die Drogen haben versagt.

Anhand der Erfahrungen von Städten wie Zürich, Vancouver oder Kopenhagen können wir viel darüber lernen, welche Lösungsansätze für die Reduktion von Drogenkonsum auf der Straße und den damit verbundenen Problemen funktionieren. Entscheidungsträger sollten eine umfassende, auf vier Säulen basierende Drogenstrategie adoptieren: Prävention, Behandlung, Schadensreduktion und intelligente Strafverfolgung.

PRÄVENTION: Wir brauchen eine aufrichtige Drogenaufklärung in Schulen und Präventionsprogramme, die junge Menschen auf Partys und Festivals erreichen.

BEHANDLUNG: Menschen, die nach einer Behandlung für ihr Abhängigkeit suchen, brauchen Einrichtungen für Behandlung und soziale Reintegration und sie brauchen Nachsorgezentren, in denen ihnen bei der Suche nach einer Ausbildung oder einem Arbeitsplatz geholfen wird.

SCHADENSREDUKTION: Für diejenigen, die den Drogenkonsum nicht einstellen können oder wollen, müssen wir Drogenkonsumräume einrichten, wo sie sich ihre Drogen mit steriler Ausrüstung und unter fachkundiger Aufsicht spritzen können, um Infektionen, Todesfälle durch Überdosis und Drogenmüll zu vermeiden.

STRAFVERFOLGUNG: Anstatt Drogenkonsumenten zu verhaften und einzusperren, sollte die Polizei sie von der Straße in geschützte Konsumräume bringen.

Wir fordern die Entscheidungsträger dazu auf,

  • eine urbane Drogenstrategie anzunehmen, die auf den vier oben beschriebenen Säulen basiert,
  • die Zivilgesellschaft bei der Entwicklung und der Implementierung dieser Strategie einzubeziehen,
  • ein urbanes Drogenkoordinationssystem zu schaffen, um die Strategie umzusetzen und das Zusammenspiel der vier Säulen sicherzustellen,
  • angemessene Ressourcen zur Verfügung zu stellen und vorhandene Leistungen zu verbessern und auszubauen.

1987 haben die Vereinten Nationen den 26. Juni zum internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr erklärt. Jahrelang wurde dieser Tag von einigen Regierungen mit Anti-Drogen Ritualen begangen, wie etwa dem öffentlichen Verbrennen von beschlagnahmten Drogen oder sogar mit im Fernsehen ausgestrahlten Hinrichtungen von Drogenkurieren. In den letzten zehn Jahren allerdings ist der 26. Juni von der Zivilgesellschaft zu einem Aktionstag gemacht worden, an dem für eine Drogenpolitik gekämpft wird, die auf den Menschenrechten und Belangen der öffentlichen Gesundheit basiert .

Wir brauchen einen neuen Ansatz

Athen, Belgrad, Bratislava, Bukarest, Budapest, Porto, Sofia und Warschau, in Kooperation mit "Support. Don't Punish" starten wir in acht europäischen Städten eine Kampagne mit dem Ziel, die Öffentlichkeit aufzuklären und innovative Alternativen zu einer auf Bestrafung basierender Drogenpolitik zu bewerben, zum Beispiel die Einrichtung von Drogenkonsumräumen ("Druckräumen").

Die Kampagne "Room for Change" versucht, Menschen zu erreichen, die selbst von der Drogenproblematik betroffen sind, entweder weil sie drogenabhängige Verwandte haben, oder weil sie in einem Stadtteil mit hohem Konsum von harten Drogen leben. In jeder der obengenannten Städte, gibt es große, mit dem Drogenkonsum zusammenhängende, Probleme: HIV und Hepatitis, Todesfälle durch Überdosierung, Drogenmüll und Belästigung.

Die Webseite unserer Kampagne bietet multimediale Inhalte aus jeder dieser Städte mit Informationen über die aktuelle Situation und lokale Herausforderungen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, müssen wir einen neuen Ansatz finden. Anstatt Drogennutzer zu kriminalisieren und an den Rand der Gesellschaft zu drängen, brauchen wir Aufklärungsprogramme, und müssen sterile Ausrüstung (Spritzen etc.) verteilen. Außerdem müssen sichere und hygienische Orte geschaffen werden, an denen die Betroffenen ihre Drogen nehmen können, ohne sich selbst zu gefährden und die Öffentlichkeit zu belästigen.

Drogenkonsumräume

Aus den Erfahrungen von Städten wie Zürich, Vancouver und Kopenhagen kann man lernen, dass Drogenkonsumräume als Einstiegspunkte in eine Behandlung dienen können. Druckräume allein sind aber noch keine Lösung, sie funktionieren nur als Teil einer integrierten urbanen Drogenstrategie.

Diese Drogenstrategie sollte auf vier Säulen basieren: Prävention, Behandlung, Schadensreduktion und intelligente Strafverfolgung. Wenn die Städte ein Drogenkoordinationssystem entwickeln und ein angemessenes Budget zur Verfügung stellen, um die "Vier Säulen Drogenstrategie" umzusetzen, können wir die genannten Probleme in den Griff bekommen. Mit unserer Petition fordern wir die Entscheidungsträger dieser acht Städte dazu auf.

Wir bitten auch Sie, unsere Online Petition zu unterschreiben, Ihre Freunde dazu einzuladen sie zu unterschreiben und den Link zur Webseite unserer Kampagne auf Facebook und Twitter zu teilen.