Intravenöser Drogenkonsum ist zu einem wachsenden Problem in den meisten unserer Städte geworden, insbesondere in Nachbarschaften, in denen viele junge Menschen in Armut leben. Je mehr Menschen unter unsicheren Bedingungen Drogen spritzen, umso mehr Menschen teilen ihre Nadeln und das führt zu mehr Infektionen, Toten durch Überdosierung, Drogenmüll und Belästigungen auf der Straße.

Die Lösung liegt nicht in den Händen der Polizei, denn Drogenkonsumenten zu verhaften trägt nicht dazu bei, ihre Anzahl zu reduzieren, es erhöht nur das Risiko für die Abhängigen, zum Beispiel indem sie sich gezwungen sehen, ihre Nadeln so schnell wie möglich los zu werden. Die alten Methoden im Kampf gegen die Drogen haben versagt.

Anhand der Erfahrungen von Städten wie Zürich, Vancouver oder Kopenhagen können wir viel darüber lernen, welche Lösungsansätze für die Reduktion von Drogenkonsum auf der Straße und den damit verbundenen Problemen funktionieren. Entscheidungsträger sollten eine umfassende, auf vier Säulen basierende Drogenstrategie adoptieren: Prävention, Behandlung, Schadensreduktion und intelligente Strafverfolgung.

PRÄVENTION: Wir brauchen eine aufrichtige Drogenaufklärung in Schulen und Präventionsprogramme, die junge Menschen auf Partys und Festivals erreichen.

BEHANDLUNG: Menschen, die nach einer Behandlung für ihr Abhängigkeit suchen, brauchen Einrichtungen für Behandlung und soziale Reintegration und sie brauchen Nachsorgezentren, in denen ihnen bei der Suche nach einer Ausbildung oder einem Arbeitsplatz geholfen wird.

SCHADENSREDUKTION: Für diejenigen, die den Drogenkonsum nicht einstellen können oder wollen, müssen wir Drogenkonsumräume einrichten, wo sie sich ihre Drogen mit steriler Ausrüstung und unter fachkundiger Aufsicht spritzen können, um Infektionen, Todesfälle durch Überdosis und Drogenmüll zu vermeiden.

STRAFVERFOLGUNG: Anstatt Drogenkonsumenten zu verhaften und einzusperren, sollte die Polizei sie von der Straße in geschützte Konsumräume bringen.

Wir fordern die Entscheidungsträger dazu auf,

  • eine urbane Drogenstrategie anzunehmen, die auf den vier oben beschriebenen Säulen basiert,
  • die Zivilgesellschaft bei der Entwicklung und der Implementierung dieser Strategie einzubeziehen,
  • ein urbanes Drogenkoordinationssystem zu schaffen, um die Strategie umzusetzen und das Zusammenspiel der vier Säulen sicherzustellen,
  • angemessene Ressourcen zur Verfügung zu stellen und vorhandene Leistungen zu verbessern und auszubauen.
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